Grenzgang
Wollmar
2027
02.–06.September2027
Wollmar am Fuß des Burgwalds: das Dorf zwischen Waldrand und Gerstenfeld, dahinter die Hügel des Mittelgebirges (KI-generiert)

KI-generiertes Bild

seit 1977 · Wollmar im Burgwald

GrenzgangvereinWollmar e. V.

Zukunft braucht Herkunft

Alle sieben Jahre läuft Wollmar seine Grenze ab. Jeden Stein, jeden Graben, jeden Meter. Am 2. September 2027 gehen wir wieder los.

noch 360 Tage · 2. bis 6. September 2027

Die Route

Entlang der Grenzen

Wollmars Gemarkung ist ein geschlossener Ring. Ringsum acht Nachbarn, und dazwischen eine Grenze, die seit dem 16. Jahrhundert besteht.

  1. Berghofen
  2. Ernsthausen
  3. Münchhausen
  4. Niederasphe
  5. Oberasphe
  6. Frohnhausen
  7. Laisa
  8. Battenberg
  9. Wollmar

Zum Nachlesen

Hintergründe des Grenzgangs

Eine Landesgrenze von 1648, Grenzsteine von 1650 bis 1754 und vergrabene Zeugen als Beweis. Woher die Linie kommt und warum sie abgelaufen wird.

Hintergründe des Grenzgangs

Der Ort Wollmar liegt an der historischen Grenze von Hessen-Kassel (HC) und Hessen-Darmstadt (HD). Diese Grenze entstand nach dem 30-jährigen Krieg, nachdem der „Friedensvertrag von Münster" (24.10.1648) geschlossen wurde. Diese historische Grenze beginnt am „Dreiherrenstein" im Tal der Nuhne, im ehemaligen Landkreis Frankenberg. Im Jahre 1866 wurde schließlich diese Landesgrenze aufgehoben, da sowohl Hessen-Kassel, als auch Hessen-Darmstadt dem Preußischen Staat zugeordnet wurden. Ein Teil der Grenze ist heute gleichzeitig die Grenze zwischen der Stadt Battenberg und der Gemeinde Münchhausen, der Kurhessischen Landeskirche und der Landeskirche Hessen-Nassau, der Landkreise Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf und der Gemarkungen Laisa, Berghofen und Wollmar. Sie führt entlang der Grenze Wollmars.

Da zu der damaligen Zeit jeder kleinste Acker bzw. Wald sehr wertvoll und wichtig für die Bauern und Gemeinden war, wurden im Laufe der Jahrzehnte häufiger einmal die Grenzen etwas verschoben. Die Grenzen waren in der Regel festgelegt durch etwa Bäume, Büsche, Hecken oder auch durch Graben. Mit der Zeit jedoch setzte man zur Kennzeichnung der Grenze die so genannten Grenzsteine, welche fortlaufend nummeriert wurden. In Wollmar befinden sich heute noch Grenzsteine, welche in den Jahren 1650, 1669 und 1754 gesetzt wurden.

Besonders in Wald- oder abgelegenen Gebieten traten solche Grenzverschiebungen häufiger auf. Daher begann man in angemessenen Zeiträumen die Gemarkungsgrenze der Gemeinde zu begehen. Es wurden neben Amtspersonen, auch „Feldgeschworene" der betroffenen Gemeinden gewählt, um die Ordnung der Grenze zu überprüfen und sicher zu stellen. Diese Grenzbegehungen als erforderliche Notwendigkeit, waren sehr wichtig, um Auseinandersetzungen mit den jeweiligen Nachbargemeinden bezüglich des korrekten Grenzverlaufes zu schlichten und zur Einigung zu bringen. Etwaige Grenzverletzungen mussten den zuständigen Ämtern gemeldet werden.

Es war üblich unter den so genannten Hoheitssteinen, „Zeugen" zu vergraben. Diese Zeugen (z. B. materielle Gegenstände) dienten der Beweissicherung, falls Grenzsteine zu Unrecht versetzt wurden. Und diese Sicherung bildete bis zur Einführung der Grundbücher, die einzigen Beweise zur rechtlichen Sicherheit der Grenzsteine und Grenzen.

Alte Gemarkungskarte: Wollmar rot umrandet, ringsum die Nachbarorte
Die Gemarkung Wollmar, rot umrandet, aus dem Archiv des Vereins.

Die Steine

Was für eine Geschichte steckt dahinter

Äcker und Wald waren wertvoll, also wurden Grenzen verrückt. Erst markierten Bäume, Hecken und Gräben die Linie, später nummerierte Steine. Und weil auch ein Stein wandern kann, vergrub man darunter Zeugen: Scherben, Kohle, Glas. Bis zum Grundbuch war das die einzige Rechtssicherheit, die es gab.

In Wollmar stehen noch Steine von 1650, 1669 und 1754. Sie tragen die Kürzel der beiden Landesherren: HC für Hessen-Kassel, HD für Hessen-Darmstadt.

Ein Grenzstein der Wollmarer Gemarkung mit eingemeißeltem HD
Ein Stein der Gemarkung, oben eingemeißelt: HD.

Klicken Sie die Karten zum umdrehen an.

Die Burschen

Acht Grenzgangburschen

Die Grenzgangburschen sind acht junge, ledige und volljährige Männer aus dem Dorf, zur Zeit zwischen achtzehn und vierundzwanzig. Gewählt werden sie drei Jahre vor dem Fest, auf der Jahreshauptversammlung.

Erkennbar sind sie an dunkler Hose, weißem Hemd, Weste und schwarzem Hut mit dem Grenzgangtuch.

Was sie tun

  • Grenzsteine und Wege pflegen
  • Brücken bauen, wo der Zug über Bach und Graben muss
  • Wollmar bei den Festen der Nachbarorte vertreten
  • Beim Grenzgang vorneweg gehen und das Marschtempo vorgeben
  • Im Dorf Ansprechpartner für die Gäste sein
Die Grenzgangburschen am Grenzstein im Wald, einer steht oben auf dem Stein
Am Stein wird hochgehoben, wer neu dabei ist.
Vereinsfahne mit Grenzstein-Motiv HC HD, gegründet 1977
Die Fahne des Grenzgangsvereins Wollmar.

Der Ablauf

Vier Tage, im Zeichen der Historie

Der Grenzgang erstreckt sich über meherere Tage und jeder hat seinen eigenen Abschnitt und Ton.

  1. Do

    Antreten

    Aufstellung im Dorf, Totenehrung und Start des Zuges läuten den ersten Abschnitt ein.

    BerghofenErnsthausen
  2. Fr

    Die weiten Abschnitte

    Frühstücksplätze im Feld, Brücken über die Gräben, die Grenzgangreiter unterwegs.

    MünchhausenNiederasphe
  3. Sa

    Schauplatz der Geschichte

    Das Dorf spielt seine Geschichte an der Kirche nach. Die Kulissen dafür entstehen über die Wintermonate.

    OberaspheFrohnhausen
  4. So

    Der Festzug

    Der letzte Abschnitt, wird durch einen großen Festzug durch Wollmar gefeiert.

    LaisaBattenberg

Platzhalter. Änderungen vorbehalten.

Der Zug durch das Dorf: vorneweg die Fahne, dahinter die Burschen und der ganze Ort

Der Verein

Wer den Grenzgang trägt

Gegründet am 5. Juli 1977 von 63 Personen, heute über 300 Mitglieder.

Grenzgang 2027

Kommt vorbei und begleitet uns

Der letzte Grenzgang in Wollmar fand 2013 statt. Der in 2020 und 2021 geplante Grenzgang fiel durch Corona aus. Nun ist es endlich wieder soweit, 2027 ist der siebte unter der Vereinsleitung, und der erste seit vierzehn Jahren.

Der Termin

2. – 6. September

2027

Wollmar, Gemeinde Münchhausen, Kreis Marburg-Biedenkopf

Mitglied werden

Der Verein wurde am 5. Juli 1977 von 63 Personen gegründet und hat heute über 300 Mitglieder. Eintreten kann jeder ab 14 Jahren.

Beitrittserklärung (PDF)

Kontakt

Fragen zum Fest, zum Verein oder andere Fragen beantworten wir gern.

info@grenzgang-wollmar.com